Was bedeutet Heimat?

Für die einen ist es der Ort an dem sie aufgewachsen sind, für die anderen ist es der Ort an dem sie sich wohl fühlen. Unsere Heimat hat sich in den letzten Wochen, Monaten und Jahren des Öfteren geändert. Wir dehnen diesen Begriff etwas, denn Heimat war speziell in den letzten Monaten vor Allem der Inhalt unserer Rucksäcke und wir beide für einander. Wir waren nicht immer an schönen Orten, wo wir uns auf Anhieb wohl fühlten und von denen wir behaupten könnten, dass diese Orte sich wie Heimat anfühlen. Genau an solchen Orten war es gut und wichtig, etwas Heimat bei sich zu haben.

Im Nachfolgenden Video seht ihr einen kurzen Überblick über unseren groben Routenverlauf.

Wir blicken nun auf 7 Monate voller Abenteuer, Erfahrungen und vor Allem vielem Neuem zurück.
Wir durften die unterschiedlichsten Kulturen Asiens kennen lernen. Ob es nun die Bergvölker rund um den westlichen Himalaya, dem Kaschmir, Süd Indiens Teeberge, des Chin State in Myanmar oder der Philippinischen Kordilleren waren oder die Bewohner des Dschungels von Borneo, bzw. der Sulusee. Wenngleich sie doch alle recht verschieden sind, eines haben sie gemeinsam, die unfassbare Gastfreundschaft.

Egal wo wir uns auf unserer Reise durch Indien, Myanmar, Thailand, Borneo, den Philippinen oder Singapur aufgehalten haben, überall wurden wir mit Freude und Herzlichkeit empfangen.
Wir durften viele neue Freundschaften aus aller Welt schließen. Neben den Einheimischen haben wir auch andere Reisende, welche wir kurz oder auch länger begleiten durften, kennen und schätzen gelernt.

Wir durften viel Leckeres und manchmal auch einiges, was nicht so ganz nach unserem Geschmack war, kosten. Wirklich beeindruckt hat uns die große Auswahl an Früchten und Gemüse, von welchen wir teilweise in Europa noch nie etwas gehört haben. Der Durchschnittseuropäer kennt für gewöhnlich nur eine Art der Banane und zwar nur die, welche von der EU zugelassen ist, da sie in Bezug auf Größe und Krümmung genau der Norm entspricht. Wir durften aber große, kleine, dicke und dünne Bananen, welche neben gelb auch noch rötlich oder orange waren essen. Sie alle schmeckten unterschiedlich und lecker.

Genauso wie die Banane gibt es auch unterschiedlichste Melonen und Orangen. Stellt euch vor, ihr presst eine süße Orange und eine saftige Zitrone aus und leert die beiden Säfte zusammen, sodass eine perfekte Mischung aus süß-sauer entsteht. Es gibt eine Frucht, welche genau diese perfekte Mischung in sich vereint. Sie heißt Musambi und wird bspw. in Indien auf der Straße direkt gepresst und verkauft.

Neben den vielleicht 3-4 Reissorten, welche wir in Europa kennen, gibt es auf einem typischen asiatischen Markt noch mindestens 20 weitere.

Genauso wie die Vielfalt an Obst und Gemüse, durften wir auch eine Vielfalt an unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Weltanschauungen, Kulturen, Glaubensrichtungen und Sprachen kennen lernen. In Indien gibt es rund 100 verschiedene Sprachen und auf den Philippinen mit ihren 7000 Inseln gar 171! Da wundert es niemanden, wenn ein guter Teil der Bevölkerung ein nahezu perfektes Englisch spricht, da man sich sonst im eigenen Land nicht mit seinen Landsleuten verständigen kann. Englisch ist wahrlich eine Weltsprache und wir waren froh, dass wir nirgends ernsthafte Probleme mit der Verständigung hatten.

Vielfalt ist wichtig und man sollte sie in jedem Fall zulassen!

Unsere vielfältige Reise ist nun zu Ende und wir sind seit ein paar Wochen wieder in der Heimat. Ein bisschen komisch ist es schon, sich nicht mehr alle paar Tage an einem neuen Ort orientieren zu müssen bzw. sich nach einer neuen Unterkunft umzusehen.

Hier habe ich euch ein paar meiner liebsten Fotos der Reise zusammengestellt.

Wobei richtig zu Hause sind wir ja immer noch nicht, da wir unsere Zelte vor unserer Reise in Innsbruck wo wir davor wohnten, abgepackt haben und uns nun in den Kärntner Nockbergen niederlassen wollen. Wir leben auch jetzt immer noch in einem Hotelzimmer aus dem Koffer was uns ja doch vertraut ist. Obwohl, diesmal ist es doch etwas anders da es das Hotel meiner Familie ist. Bis auf die Kälte des Österreichischen Frühlings, haben wir uns jedoch schon wieder recht gut eingewöhnt. Wir sind zudem sehr froh all das schmutzige Wasser, den Smog und die stehende Hitze gegen die frische und saubere Bergluft und unser gutes Quellwasser eingetauscht zu haben. Wir verbringen zwar nicht mehr jeden Tag an einem anderen Ort und lernen viel Neues kennen, doch hier ist es mindestens genauso abwechslungsreich und spannend. Gerade erst gestern durfte ich bei der Geburt eines Kälbchens auf unserem Bio Bauernhof dabei sein. Als ich ein Kind war, war es nichts besonderes für mich, jedoch je älter und erfahrener ich werde, desto mehr ist mir die Bedeutung unseres Bauernhofes bewusst. Viele Kleinbauern sterben in unserer Zeit aus und nurmehr die großen Industrie Konzerne beliefern uns mit vor lauter Chemie strotzenden Lebensmitteln. Diese schmecken am Ende wie ein langweiliger Einheitsbrei und machen die Menschheit zu allem Überfluss auch noch krank. Dagegen tun kann man nichts, ausser eben das industriell angefertigte Essen eben nicht zu essen und nicht alles zu glauben was einem die Werbung vorgaukelt. Auch unser Bauernhof wäre dem Untergang geweiht und könnte ohne dem Engagement meiner Familie und dem Hotel, welches er versorgt, nicht überleben, da man mit den industriell erzeugten Billigprodukten einfach nicht mithalten kann.

Auch meine ursprüngliche und jetzt doch auch wieder neue Heimat, die Nockberge betrachte ich nach unserer Reise mit anderen Augen. Mussten wir während dieser, doch vielfach lange Fahrten auf uns nehmen um eine schöne Natur erleben zu können, ist diese in den Nockbergen doch allgegenwärtig erlebbar. Ich freue mich schon darauf meine Heimat, die Berge und die vielen Seen in Zukunft neu entdecken zu dürfen.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fakten und Zahlen welche ich erwähnenswert finde:

  • Wir haben insgesamt 6 Länder in 7 Monaten besucht.
  • Wir haben an etwa 55 unterschiedlichen Orten übernachtet.
  • Geschlafen wurde im: Gästehaus, Privathaus, Zelt, Zug, Bus, Hotel, Flughafen, in einer Lehmhütte, im Pferdestall und unter freiem Himmel, mitten im Dschungel, im gemütlichen Bett, auf dem Boden, auf einem Holzbrett, am Hausboot, liegend und sitzend.
  • Wir sind rund 15.000 km über Land (mit Bus, Zug, Pick Up, Taxi, Tuk-Tuk, Fahrrad Rikshaw, Moto Rikshaw, und Tricycle gereist)
  • Wir haben auch viele Kilometer zu Fuß in den Bergen, Städten, am Strand und im Dschungel hinter uns gebracht.
  • Flüsse, Seen und das Meer haben wir mit Fähre, Kajak, Ruderboot, Hausboot, Motorboot, schwimmend und furtend bereist.
  • Unsere durchschnittlichen Ausgaben beliefen sich auf rund € 89,- pro Tag (hier sind alle Flüge, Transportkosten und Unterkünfte mit eingerechnet). Wir waren weder verschwenderisch, noch sparsam.
  • Neben den 6 Ländern, welche wir bereist haben und in welchen wir auch Freundschaften geschlossen haben, durften wir noch Menschen aus 19 weiteren Nationen kennen und schätzen lernen. (Wir hoffen euch alle einmal wieder zu treffen!!!!)
  • Während unserer Reise habe ich etwa 25.000 Fotos geschossen und 22 Videos geschnitten
    Der Blog Pictureplis.com konnte in den letzten 8 Monaten fast 400.000 Zugriffe verzeichnen und hatte teilweise 5000 Besucher pro Tag

 

Da mir das Schreiben Spaß bereitet, habe ich mich entschlossen, diesen Blog auch in Zukunft weiter mit Texten, Fotos und Videos zu füttern. Vielleicht sind ja ein paar unter euch die auch noch was andres von mir lesen wollen.

Wir bedanken uns aber hier schon einmal bei euch allen, die ihr uns so zahlreich auf unserer Reise virtuell begleitet habt.

 

Danke Martin

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